Sowohl das schwäbische Volkslied „muss i denn zum Städtele hinaus“ als auch Roger Whittakers Song „Abschied ist ein scharfes Schwert, das auch so tief ins Herz dir fährt“ passen zum gestrigen 17. Oktober, als Herbstkönigin‘s 4. Fohlen, der so besondere „Herbstkämpfer S“, mit seiner Besitzerin Tina Krohne-Leicht meinen Stall verließ.
War doch ab dem Tag 303 jeder der restlichen 25 Tage von Herbstkönigins Tragezeit so, dass man beten musste, dass wieder einer ohne Frühgeburt vergangen ist. Weiter haben mich dann die Sorgen um Stute und Fohlen am 15. Mai per Notarzt und Sani ins Aichacher Krankenhaus befördert – Herzdruck, Blutdruck fast 200 (!) und Verdacht auf Herzinfarkt. Nicht ganz harmlos, aber dennoch kein wirklich gesundheitliches Problem meinerseits, sondern einfach nur die Sorge um die beiden „Herbstis“.
Dr. Mathilda Rattenhuber und ihr Team leisteten Großes, um die Stute in dieser Zeit klinisch zu versorgen. Sie wurde kaum einen Augenblick aus den Augen gelassen. Und wie sehnte ich den 320. Tag herbei, ab dem es zwar immer noch als Frühgeburt gilt, jedoch die Überlebenschance, zumindest in der Klinik gegeben wäre….
Herbstkönigin hatte zu viel Fruchtwasser und es lief ab dem Tag 303 in vollen Strömen die Milch aus dem Euter. Nix mehr mit Kolostrum usw…. Aus diesem Grund konnte das Fohlen auch seine normale Größe nicht entwickeln, weil der Platz hierfür fehlte. Dem Rat aus der Tierärztlichen Hochschule Hannover, das Fohlen vorab zu holen, um das Leben der Stute zu retten, widersprach Tilda Rattenhuber Gott sei Dank! Bis zum Tag 328 hat „mein Spaßmobil“ es hinausgezögert um diesen besonderen kleinen Hengst auf die Welt zu bringen. Besonders in Farbgebung, Konstruktion und Kampfgeist. Ab den ersten Stunden, in denen er noch nicht stehen konnte, war er überaus agil und wusste seine Hinterhand gezielt und effektiv einzusetzen. Man wusste sofort, er sagt zu jederzeit „ich will“. Deshalb stand auch bereits wenige Stunden danach sein Name „Herbstkämpfer“ fest.
Plasmagaben in der Klinik brachten ihn schnell stabil auf die Beine und ab Tag 5 zuhause kämpfte er weiter; Mama versorgte ihn übermäßig mit Milch und auf der Koppel begann er mit wenigen Tagen in langen Intervallen mit Galopptraining. Sein Selbstbewusstsein und sein Kampfgeist ermöglichten eine normale Entwicklung und so merkte man nach einigen Wochen nichts mehr von seinen ursprünglichen Defiziten.
Mit guter Kondition, bereits im vierten Monat teils von der Mama abgesetzt (nachts) verließ er nun gestern mit seiner neuen Besitzerin und deren Familie im komfortablen Hänger und ohne Probleme beim einsteigen (liegt in der Familie) meinen Stall. Da der Abschied von seinem Halbbruder „Herbstkrossant S“ bereits sechs Jahre her war, seine beiden Schwestern (Herbst-Träumerei S v. Feiner Traum und Herbstfeder S v. Hirtenstern) bei mir geblieben sind, traf mich der Abschied von „meinem kleinen Kämpfer“ schon tief im Herzen und die Tränen liefen…..
Alles Gute mein Kämpfer auf all deinen weiteren Wegen……. Miss U!

